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Stellungnahme der DGKJP zum Entwurf des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM)

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) zum Entwurf des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM)

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) begrüßt die Entwicklung eines nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) nachdrücklich und möchte die Entwicklung und Realisierung gerne unterstützen.

Gemäß § 1 der ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO 2002) werden als Ziele Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in allen Fächern, die für eine umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erforderlich sind, definiert. Die Zunahme psychischer Erkrankungen, der frühe Beginn und die damit verbundenen gesundheitlichen und psychosozialen Folgen stellen eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem in Zukunft dar. Daher ist für die Ausbildung hinsichtlich Diagnostik, Therapie, Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation der Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie für alle Ärztinnen und Ärzte unabdingbar.

So sollten alle Mediziner(innen), die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, kinder- und jugendpsychiatrische Grundkenntnisse- und Kompetenzen haben. Für minderjährige Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen und Erkrankungen besteht darüber hinaus ein besonderer Schutzauftrag. Psychische und chronisch körperliche Erkrankungen der Eltern stellen einen hohen Risikofaktor für eine psychische Störung bei ihren Kindern dar. Daher sollten alle Mediziner(innen), die mit erkrankten Eltern arbeiten, Grundkenntnisse- und Kompetenzen über psychische Belastungen und ihre Folgen für die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder und Jugendliche erwerben.

In der jetzigen Fassung des NKLM sehen wir diese Lernziele noch unzureichend enthalten. Die Gliederung und Integration der kinder- und jugendpsychiatrischen Lerninhalte ist nicht immer systematisch. Auch die Operationalisierung bzw. der Differenzierungsgrad der Lernziele ist unterschiedlich und folgt keinem eindeutigen Prinzip. Spezifische Kenntnisse der psychischen und sozialen Entwicklung sowie rechtliche Rahmenbedingungen sollten noch eingefügt werden, Kompetenzen in Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen sollten nicht nur unter den psychischen Erkrankungen subsummiert werden, da wir mittlerweile gut wissen, dass Kinder keine „kleinen Erwachsenen“ sind.

Sinnvoll wären aus unserer Sicht überarbeitete Lernziele, die die psychischen Aspekte in der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen abbilden und eine bessere Differenzierung nach Häufigkeit, Relevanz und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung beinhalten. Eine Platzierung an entsprechenden Stellen des NKLM in Abstimmung mit den Nachbarfächern Pädiatrie und Psychiatrie, scheint sinnvoll, um Synergien zu nutzen.

Unsere detaillierten Kommentare und Verbesserungsvorschläge, die in der Anlage zusammengefasst sind, haben wir auch in den NKLM eingearbeitet. Die DGKJP bietet für die vorgeschlagene Überarbeitung gerne ihre Unterstützung an.

Der DGKJP Vorstand im November 2013

(Für den Vorstand: Prof. G. Schulte-Körne, Prof. J. M. Fegert)

Download: stn-2013-11-28-Lernzielkatalog-DGKJP.pdf