Stellungnahmen und Positionspapiere 2015

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Gemeinsame Stellungnahme zur Legalisierungsdebatte des nicht-medizinischen Cannabiskonsums

In Deutschland probiert jeder zehnte Jugendliche Cannabis das erste Mal im Alter zwischen 14 und 15 Jahren. Problembelastete Kinder und Jugendliche steigen noch deutlich früher in teilweise regelmäßige Cannabis-Gebrauchsmuster ein. Vor allem pubertärer und adoleszenter Cannabisgebrauch kann, wie aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, zu ernsthaften körperlichen und psychischen Erkrankungen, zur nachhaltigen Störung der altersgebundenen Entwicklungs- und Wachstumsprozesse, zu Schulversagen sowie zu sozialer Desintegration der Betroffenen führen. Das Risiko für eine sehr rasche Entwicklung von Cannabisabhängigkeit inklusive des Konsums harter illegaler Drogen ist bei diesen Kindern und Jugendlichen besonders groß.

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Gemeinsame Stellungnahme zur Spätabtreibung

 1.    Einleitung

Die Ethikkommission der 3 Fachverbände wurde von den Vorständen beauftragt, eine Einschätzung zur Situation der Spätabtreibung aus jugendpsychiatrischer Sicht zu erarbeiten. Die Diskussion um die Spätabtreibung betrifft in erster Linie Genetiker, Pädiater und Gynäkologen. Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie haben mit der Spätabtreibung insofern zu tun, als sie in die Indikationsstellung bei minderjährigen Schwangeren eingebunden sein können. Zudem sind sie mit der Frage der Prognose der ausgetragenen Kinder möglicherweise psychisch kranker Eltern konfrontiert.

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Gemeinsame Stellungnahme zu Methoden der Altersfeststellung bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

I.    Einleitung:

Das BMFSFJ hat bereits im Juni 2015 den Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher vorgelegt. Nachdem der Entwurf den Bundesrat passiert hat, wird das Gesetz zum 01.11.2015 in Kraft treten.

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Reformstau in der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung beheben und adäquate Lösungen zur Entgeltdiskussion

1. Klarheit und Verbindlichkeit für Modellvorhaben in § 64b SGB V

Bisher sind in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Modellvorhaben nach § 64b SGB V kaum realisiert, weil das Verfahren zur Vereinbarung nicht verbindlich ist. Dies trifft besonders die Kinder- und Jugendpsychiatrie, wegen der kleinen Mengengerüste, den spezifischen Kooperationspartnern und aufgrund der Tatsache, dass Kinder als Mitversicherte nicht „Marktteilnehmer“ sind. Aufgrund vieler, spezifischer Vernetzungsbedürfnisse im Kinder- und Jugendbereich und der großen Chancen des Einbezugs der niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater bei geringer Facharztdichte sind Modelle gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie dringend notwendig. Deshalb wurde diese im Gesetzestext, § 64b Abs. 1 S. 2, besonders hervorgehoben. Um hier die Innovationsfähigkeit zu gewährleisten, muss die Regelung für Modellvorhaben in § 64b SGB V verbindlicher werden – ganz gleich wie in Zukunft das Entgeltsystem für die Psychiatrie aussehen wird. Notwendig sind deshalb folgende Regelungen: