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Wissenschaftler mit Hermann-Emminghaus-Preis geehrt

Nachwuchswissenschaftler aus Mannheim und aus Ulm erhalten Auszeichnung für ihre wissenschaftlichen Arbeiten

Im Rahmen des XXXV. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie,Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) wurden am Mittwoch zwei Wissenschaftler mit dem Hermann-Emminghaus-Preis ausgezeichnet. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre als Anerkennung für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen.

Ausgezeichnet wurde die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Nathalie Holz vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim für ihre Arbeit zum Thema „Umweltrisiken für die Entwicklung externalisierender Verhaltensstörungen“. Holz hat Anatomie und Funktion von Gehirnen von Menschen untersucht, die unter schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sind und später unsoziale Verhaltensweisen gezeigt haben. Zur Begründung der Entscheidung sagt Prof. Martin Schmidt, Ehrenvorsitzender der DGKJP und Kurator des Emminghaus-Preises: „Frau Holz hat gezeigt, wie die Lebensbedingungen sich auf die Hirnentwicklung auswirken.“ Dieser Forschungsansatz könne zur Grundlage für vorbeugende Therapien werden. Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Paul Plener vom Universitätsklinikum Ulm erhielt den Preis für seine Untersuchung im Bereich „Soziale Einflussfaktoren auf Nicht-Suizidales Selbstverletzendes Verhalten“. Plener hat untersucht, welche Auswirkungen z.B. Stress und Umwelteinflüsse auf selbstverletztendes Verhalten haben. Schmidt dazu: „Das Thema ist hoch aktuell. Deshalb muss man an die Grundlagen ran, um vorbeugend und therapeutisch tätig werden zu können.“ Selbstverletztendes Verhalten wie zum Beispiel Ritzen stelle für die Betroffenen nur eine kurzfristige scheinbare Entlastung dar, verarbeite aber deren Probleme nicht.

Beide Preisträger nahmen die Auszeichnung im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des XXXV. Kongresses der DGKJP am 22. März in Ulm entgegen.

Info:

Hermann Emminghaus (1845-1904) gilt als gilt als Pionier der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der nach ihm benannte Preis wurde 1984 von Professor Gerhardt Nissen gestiftet. Der Hermann-Emminghaus-Preis wurde bislang von der Industrie gesponsert und von einem unabhängingen Kuratorium verliehen. Seit 2017 finanziert die DGKJP den Nachwuchspreis. Für die Verleihung des Preises können sich Autoren bewerben oder vorgeschlagen werden, die grundlegende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Diagnostik, der Prognose oder der Therapie psychischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter geleistet haben.

 

Download:

Pressemitteilung Hermann-Emminghaus-Preis